Wie im letzten Medientipp (1/2026) zu sehen war, sind Rassismus und Kolonialismus eng miteinander verflochten. Rassismus entsteht aufgrund von Kolonialismus und rechtfertigte jahrhundertelange Gewalt und Bewertung von Menschen nach ihrem Aussehen. Mit diesem Medientipp können wir mit uns selbst arbeiten, Erkenntnisse über eigene Vorstellungen sammeln und versteckte oder unterbewusste Rassismen beleuchten.
Beschreibung des Buches vom UNRAST-Verlag:
„Obwohl Rassismus in allen Bereichen der deutschen Gesellschaft wirkt, ist es nicht leicht, über ihn zu sprechen. Keiner möchte rassistisch sein, und viele Menschen scheuen sich vor dem Begriff. Das Buch begleitet die Leser*innen bei ihrer mitunter ersten Auseinandersetzung mit Rassismus und tut dies ohne erhobenen Zeigefinger. Vielmehr werden die Leser*innen auf eine rassismuskritische Reise mitgenommen, in deren Verlauf sie nicht nur konkretes Wissen über die Geschichte des Rassismus und dessen Wirkungsweisen erhalten, sondern auch Unterstützung in der emotionalen Auseinandersetzung mit dem Thema.
Übungen und Lesetipps eröffnen an vielen Stellen die Möglichkeit, sich eingehender mit einem bestimmten Themenbereich zu befassen. Über QR-Codes gelangt man zu weiterführenden Artikeln, Videos und Bildern. Ergänzend dazu finden sich in fast jedem Kapitel Auszüge aus sogenannten Rassismus-Logbüchern - anonymisierte Tagebücher, die ehemalige Student*innen von Tupoka Ogette in ihrer eigenen Auseinandersetzung mit Rassismus geführt haben und in denen sie über ihre Emotionen und Gedankenprozesse berichten. Auch Handlungsoptionen kommen nicht zu kurz. Ziel des Buches ist es, gemeinsam mit den Leser*innen eine rassismuskritische Perspektive zu erarbeiten, die diese im Alltag wirklich leben können.“
Das Buch richtet sich in erster Linie an weiße Leser*innen, die in einem reflexiven und prozessorientierten Raum Rassismen erkennen können. Es ist ein ‚Mitmach-Buch‘, die Verbindung von Input mit dem interaktiven Teil funktioniert sehr gut, es hat Platz für eigene Reflexionen, Entdeckungen, Gedanken, Emotionen und Inspirationen von den Logbüchern der ehemaligen Student*innen. Die verschiedenen Phasen des (An-)Erkennens von Rassismus, die Historie von ihm bis heute, die Auseinandersetzung mit White Privileges und Tipps für einen rassismuskritischen Alltag runden das Buch ab.
Fazit: Es ist sehr empfehlenswert und erfüllt, was es möchte: Rassismuskritik wird gelernt.