Das EPiZ - Entwicklungs­pädagogisches Informations­zentrum Reutlingen

Das EPiZ in Reutlingen ist ein Haus des Globalen Lernens und der Bildung für nachhaltige Entwicklung, unter dessen Dach viele verschiedene Projekte zusammenarbeiten und Menschen sich begegnen. Wir sind vielseitig regional, wie auch bundesweit und international tätig.

Kontakt

EPiZ im Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V.
Wörthstraße 17
72764 Reutlingen
Tel.: 07121/ 9479982
E-Mail: info@epiz.de

Für allgemeine Anfragen an das EPiZ.
Bitte wenden Sie sich bei spezifischen Fragen direkt an die jeweiligen Projekte

Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e. V.

Das EPiZ wird vom Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V. (AK1W) getragen, der im Jahr 1967 als „Arbeitskreis Dritte Welt Reutlingen e. V.“ gegründet wurde. Neue Mitglieder und Förderer sind herzlich willkommen.

--> Mitgliedsantrag an ak1w@epiz.de senden.

Das EPiZ trägt zur Verwirklichung folgender Ziele bei, die in § 3 der Satzung des Trägervereins „Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V.“ aufgeführt werden:

  • Förderung und Stärkung der Eigenverantwortlichkeit und politischen Handlungsfähigkeit junger Menschen
  • Verantwortungsvolles Zusammenleben in einem demokratischen Gemeinwesen einüben
  • Zum gewaltfreien Umgang mit Konflikten anleiten
  • Zur Auseinandersetzung mit Einstellungen, Haltungen, Werten und Orientierungen im interkulturellen Kontext anregen
  • Lernen für eine globale Weltsicht befördern
  • Lebendiges, selbstorganisiertes und aktivierendes Lernen ermöglichen
  • Handlungsmöglichkeiten aufzeigen und zum Engagement für konstruktive Veränderungen angesichts globaler Probleme ermutigen
  • Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen und Befriedigung der Grundbedürfnisse für alle Menschen der Einen Welt
  • Achtung der Menschenrechte in allen Teilen der Welt
  • Selbstbestimmungsrecht der Völker
  • Abbau unsozialer Strukturen in den internationalen Handelsbeziehungen

Hier können Sie die ganze Satzung des Vereins herunterladen.

Kontakt

Wenn Sie Interesse an unserer Vereinsarbeit haben, wenden Sie sich gerne an die Vorstandsmitglieder des Trägervereins "Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V."

Email: ak1w@epiz.de

Unsere aktuellen Vorstandsmitglieder sind:
Reinhard Beneken
Claudia Duppel
Ralf Häußler
Njeri Kinyanjui
Jürgen Meissner

 

Wir freuen uns, wenn Sie unsere Bildungsarbeit durch Ihre Spende unterstützen.
Unsere Kontoverbindung
Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen e.V.
IBAN: DE16 6039 0000 0107 8350 02
BIC: GENODES1BBV

Die Historie

1967

Motiviert durch einen Jugendsonntag im Advent, Thema „Brot für die Welt / Entwicklungshilfe“, gründen eine Handvoll, in der evangelischen Kirche engagierte Menschen eine Gruppe, die Informationen zum Themenfeld sammeln und verbreiten wollen.

Parallel dazu und zunächst völlig unabhängig davon konstituiert sich an der Pädagogischen Hochschule Reutlingen ein hochschulinterner „Arbeitskreis Dritte Welt der PH Reutlingen“.

1968/69

Aktivitäten zur Wissensvermittlung im kirchlichen Raum (z.B. auf dem Kirchentag 1968 in Stuttgart) und Bereich Hochschule (z.B. eine testierte Ringvorlesung „Probleme der Dritten Welt“ mit 8 Professoren im Sommersemester 1969)

1970

„Fusion“ der beiden Arbeitskreise nach der formalen Auflösung der Hochschulgruppe.

 

 

1972/73

Die Stadt Reutlingen überlässt dem Arbeitskreis ein abbruchreifes, relativ zentral gelegenes Haus.
In den drei Räumen werden ein Informationszimmer (Literatur, Broschüren, Zeitschriften etc.), Gebrauchtwarenladen (Verkauf für das Projekt „Trödel für Cali/Kolumbien“ zur Unterstützung einer Schule) und ein erster Dritte-Welt-Laden eingerichtet.

Zitat aus der Festschrift zum 30-jährigen Bestehen des Arbeitskreises: „Der Trödel lief am besten, die Dritte-Welt-Waren mäßig – auf unseren Informationen blieben wir sitzen. Das war eine frustrierende Erfahrung.“

Dieser Frust, Diskussionen über ein Anti-Rassismusprogramm des Arbeitskreis, Aktionen gegen den NATO-Partner Portugal und seine Kolonialpolitik in Afrika sowie die Schwierigkeiten, gemeinsam eine integrierende (Unter-)Entwicklungstheorie zu entwickeln, führen zu Spannungen und belasten die Gruppe stark.

Gezeichnetes Bild vom historischen Gerbershäusle in Reutlingen 1970
Das historische "Gerberhäusle" in Reutlingen

1974

Die Stadt Reutlingen überlässt dem Arbeitskreis das historische "Gerberhäusle" am Echazufer beim heutigen zentralen Busbahnhof. Der Arbeitskreis übernimmt die Innenrenovierung, trifft sich regelmäßig zur Vorbereitung von Bildungsveranstaltungen und richtet eine Lehrer*innen-Handbibliothek mit (meist selbst entwickelten) Bildungsmaterialien zur Nord-Süd-Problematik (wie es damals hieß) ein.

1978

Die Zeitschrift „ZEP – Zeitschrift für internationale Bildungsforschung und Entwicklungspädagogik“ mit Redaktion im EPiZ erscheint erstmals.

Holzschild vom Arbeitskreis Dritte Welt Reutlingen, angebracht am Gerberhäusle
Holzschild vom Arbeitskreis Dritte Welt Reutlingen

1983

Erweiterung der Lehrer*innen-Handbibliothek zum Entwicklungspädagogischen Informationszentrum EPiZ. Sichtung und Anschaffung der inzwischen auf dem Markt angebotenen Bildungsmaterialien, systematische Sammlung und Ausleihe (mit Postversand bundesweit) in der zugehörigen Bibliothek.

Finanzierung durch das ZEB - Zentrum Entwicklungsbezogene Bildung der evangelischen Landeskirche Württemberg mit Kirchensteuermitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienst der EKD.

1985

Uraufführung der „Hungerrevue“ beim 10-jährigen DEAB-Jubiläum im November.
In kurzen, von Arbeitskreis-Mitgliedern selbst entwickelten Sketchen werden zumeist alltägliche Einkäufe (Kaffee, Zucker, …) hinterfragt. In den folgenden 6 Jahren wird die „Hungerrevue“ mit etwa 30 Aufführungen zum Aushängeschild des Arbeitskreises im Umland von Reutlingen.
Dabei werden dem Publikum durchaus auch komplexe (und leider nach wie vor aktuelle) Themen wie Gentechnik, Waffenexporte und Wirtschaftstheorien zugemutet. Die bewusst kabarettistische Verpackung dieser Inhalte kommt jedoch gut an.

Weltwerkstatt-Schild Planie 22
Weltwerkstatt-Schild am Standort in der Planie 22

1994

Die immer größer werdende Bibliothek des EPiZ führt zum Umzug in die alte Textilfabrik Heinzelmann in der Planie 22, die jetzt im Besitz der Stadt Reutlingen ist.

1995

Vermittelt durch Heiner Rudersdorf, Leiter des ZEB, wird die erste hauptamtliche Stelle im EPiZ durch Abschluss eines DED-Inlandsvertrags (Deutscher Entwicklungsdienst) für Rückkehrer*innen aus dem Entwicklungsdienst (1995 -1998) ermöglicht.
Dadurch erfährt die konzeptionelle Entwicklung des EPiZ und insbesondere die Projektentwicklung und -finanzierung einen deutlichen Schub in Richtung Professionalisierung.

1998

Der zeitlich begrenzte DED-Inlandvertrags läuft aus. Hauptamtliche Personalstellen müssen ab sofort über Projektanträge und -finanzierungen abgesichert werden.

Das 3-jährige EU-Projekt "Initiative Globales Lernen" - Werkstätten zu Globalem Lernen für zukunftsfähige Schulen“ (1998 – 2001) beginnt.

2000

Das Medien-Designerbüro Mees&Zacke, Nachbarn in der Planie 22, erstellt als Sponsor den ersten Internetauftritt für das EPiZ.

Das Globale Klassenzimmer am Standort Planie 22
Das Globale Klassenzimmer am Standort Planie 22

2001

Das Projekt "Horizonte weiten, Toleranz lernen, Zivilcourage üben" (2001 – 2003) beginnt.

Im Rahmen des EU- Projekts "Globale Solidarität in Lokale Agenda 21-Prozessen in Baden-Württemberg (Euroregion)" (2001 – 2004) entsteht in der Planie 22 das „Globale Klassenzimmer“, ein modellhafter außerschulischer Lernort für alle Themen und Altersgruppen, die sich mit Globalem Lernen beschäftigen. Es wird Vorbild für viele weitere in Baden-Württemberg.

Verleihung des “World Aware Education Award 2001 for excellence in networking, partnership and coordination to increase and improve global education” für das Projekt "Globale Solidarität in Lokale Agenda 21-Prozessen in Baden-Württemberg (Euroregion)” durch das North-South Centre des Council of Europe.

Ausstellung Basic Needs in der VHS
Ausstellung Basic Needs in der VHS

2003

Das Projekt "Basic Needs - Impulse für Globales Lernen", Ausstellungsreihe im Rahmen der Weltdekade der Vereinten Nationen "Bildung für nachhaltige Entwicklung" zu einzelnen UN-Millenniumsentwicklungszielen mit den Themen Wasser, Ernährung, Bildung, Ökologische Nachhaltigkeit, Gesundheit (2003-2012) beginnt.

Das vom DED initiierte Programm „BtE - Bildung trifft Entwicklung“, in dem Globales Lernen mit Zurückgekehrten aus der Entwicklungszusammenarbeit, aus entwicklungspolitischen Freiwilligendiensten und mit Menschen aus Ländern des globalen Südens mit authentischen Erfahrungen vermittelt wird, beginnt. Im EPiZ wird die Regionale Bildungsstelle Baden-Württemberg des Programms eingerichtet. Diese besteht bis heute.

2004

Der Arbeitskreis Dritte Welt Reutlingen e. V. benennt sich um in Arbeitskreis Eine Welt Reutlingen
e.V.

2005

Auszeichnung der Bildungsangebote durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung als Projekt der UN-Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung".

Abschied von der Planie 22
Abschied von der Planie 22

2010

Verleihung des Eine-Welt-Preises - 1. Preis in der Kategorie Entwicklungspolitische Bildungsarbeit in Baden-Württemberg – für das Projekt „Netz des Lebens“ – ein Schulaustauschprojekt zum Thema Biodiversität (beteiligte Schulen aus Benin, Togo und Baden-Württemberg) durch die Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg.

Die Stadt Reutlingen kündigt allen nichtstädtischen Mieter*innen der Planie 22. Das EPiZ findet ein neues Domizil in der Wörthstraße 17, Reutlingen.

XENOS – Projekt „Einander Fairstehen“, Region Mittlere Alb, in Kooperation mit act for transformation, Aalen.

Bundesweiter Schulwettbewerb „Lebenswelten Jugendlicher in der Einen Welt“ im Kontext der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Eine-Welt-Landesnetzwerke in Deutschland e. V. (agl).

2011

Der BNE-Kompass, eine Online-Datenbank, in der außerschulische Partner ihre Angebote für Schulen mit Bezug zum Bildungsplan einstellen können (www.bne-kompass.de), wird im Auftrag des Netzwerks „Nachhaltigkeit lernen“ eingerichtet und seither stetig aktualisiert.

2012

Das Projekt „Globales Lernen in Schulprofilen an Schulen in Baden-Württemberg“ (2012 – 2016), in dem Schulen in ihren Schulentwicklungsprozessen ganzheitlich Globales Lernen implementieren, beginnt.

2013

Das EPiZ als „Haus des Globalen Lernens“ erweitert sein Angebot:
Im Rahmen des bundesweiten Eine-Welt-Promotor*innen-Programms (finanziert durch Engagement Global (BMZ) und Land Baden-Württemberg) wird die Fachstelle Globales Lernen mit den Schwerpunkten „Qualifizierung und Beratung“ und „Internationale Bildungspartnerschaften“ eingerichtet.

Das EU-finanzierte Projekt „Facilitating Global Learning“ (2013 – 2016) mit Partnern in Baden-Württemberg, Rumänien und Portugal startet. Im Zentrum des Projektes steht die Qualifizierung von Akteuren der Zivilgesellschaft, die Bildungsarbeit im Bereich des Globalen Lernens anbieten und ihre pädagogische Praxis in diesem Bereich weiterentwickeln und verbessern wollen.

2014

Das Globale Klassenzimmer in Stuttgart wird als Teil des „Welthaus Stuttgart“ eröffnet und durch das EPiZ im AK1W koordiniert. Kooperationspartner sind Engagement Global und Welthaus Stuttgart e.V.

2015

Das bundesweite Programm „CHAT der WELTEN“ – ein international ausgerichtetes E-Learning-Angebot für Schülerinnen und Schüler zu Globalisierungs- und Nachhaltigkeitsthemen – wird im Auftrag und gemeinsam mit den Kooperationspartnern (Engagement Global, Kultusministerium Baden-Württemberg, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg) durch das EPiZ im AK1W koordiniert.

2016

Das Projekt "Whole Institution Approach (WIA) an Seminaren" startet. Es soll Lehramtsanwärter*innen zeigen, dass eine Institution wie das Seminar nach Kriterien der Nachhaltigkeit organisiert werden kann.

Jubiläum 2017 Aufführung der Hunger-Revue
Jubiläum 2017 Aufführung der Hunger-Revue

2017

Das EPiZ feiert in diesem Jahr mehrere Jubiläen:

  • Der AK1W sein 50-jähriges Jubiläum, auch mit einer Wiederaufführung dreier Sketche aus der „Hungerrevue“, zum großen Teil mit den damaligen Darsteller*innen.
  • Die Zeitschrift ZEP, die von Pädagog*innen des AK1W gegründet wurde, besteht seit 40 Jahren.
  • Das EPiZ im AK1W bietet seit 40 Jahren im Sinne der Entwicklungspädagogik und des Globalen Lernens einen Service für alle Engagierten der formalen, non-formalen und informellen Bildung in Baden-Württemberg.
  • Das bundesweite Programm „Bildung trifft Entwicklung“ ist mit seiner regionalen Bildungsstelle Baden-Württemberg seit 14 Jahren im EPiZ angesiedelt.
  • Die Fachstelle Globales Lernen im Eine-Welt-Promotor*innen-Programm Baden-Württemberg ist vergleichsweise jung und feiert ihr 5-jähriges Bestehen.

2019

Das EPiZ startet mit Projekten in der frühkindlichen Bildung: „KITA.weltbewusst.2030“ macht den Anfang als Vernetzungs- und Fortbildungsprojekt für Akteur*innen in der frühkindlichen Bildung.

2021

Mit „FaireKITA Baden-Württemberg“ und „KiTA Global - Ideenplattform und Werkstatttreffen“ kommen weitere Projekte in der frühkindlichen Bildung dazu. Weitere einjährige Projekte ergänzen dieses Betätigungsfeld.

Aufgrund der Corona-Pandemie sind Sigi Schell-Straub und Gunther Straub gezwungen, ihren für drei Jahre geplanten Aufenthalt in Sierra Leone vorzeitig zu beenden. Sigi arbeitet von Reutlingen aus weiter mit einjährigen Projekten (4+17, Sierra Leone Women) mit ihrer Partnerorganisation SLADEA in Sierra Leone zusammen.

2024

Das EPiZ und die Regionale Bildungsstelle feiern das 20-jährige Bestehen des BtE-Programms zusammen mit allen Konsortialpartner*innen in Göttingen.

2025

Das bundesweite Programm „Bildung trifft Entwicklung“ richtet sich neu aus. Die drei Stränge „BtE Klassik“, „CHAT der WELTEN“ und „Junges Engagement“ werden zusammengeführt und bilden nun die Formate „BtE learn“, „BtE chat“ und BtE act“.