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Lernen im Zeitalter der Globalisierung |
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Bildung steht derzeit – nicht nur in Baden-Württemberg – in vielfältiger Hinsicht auf dem Prüfstand. Reformen, so der Eindruck, der auch durch PISA und ähnliche Studien nahegelegt wird, können nicht umfangreich genug sein, Ziele nicht hoch genug angesetzt werden, um die Menschen auf ein verantwortliches Leben und Handeln unter Bedingungen der Globalisierung vorzubereiten. Die Umwälzungen, die mit der Globalisierung einhergehen, werden von vielen Menschen auch in den Regionen, die insgesamt zu den Nutznießern des Globalisierungsprozesses zählen, als bedrohlich empfunden. Die fortschreitende weltweite Vernetzung und Internationalisierung des Lebens bringt eine erhebliche Verunsicherung mit sich, die viele Mitbürgerinnen und Mitbürger und insbesondere junge Menschen mit einem Rückzug ins Private beantworten.
Ein (bildungs-)politisches Umdenken ist notwendig,
um diese Welt für alle Menschen zu einem lebenswerten Ort zu machen. Einen Meilenstein stellte die UN-Konferenz für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro dar, auf der sich auch die reichen Länder in der Agenda 21 verpflichtet haben, ihre Politik und ihre Wirtschaftsweise mit den Anforderungen an eine nachhaltige Entwicklung in Einklang zu bringen. Die beim Erdgipfel versammelten Nationen haben betont, dass „Bildung eine unerlässliche Voraussetzung für die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung“ ist und im Kapitel 36 der Agenda 21 konkrete Empfehlungen für eine Umsetzung einer Bildung für eine nachhaltige und zukunftsfähige Entwicklung als Querschnittaufgabe des gesamten Bildungswesens beschlossen.
Das Bildungskonzept des „Globales Lernen“ ist als pädagogische Antwort auf die Herausforderungen der Globalisierung aus der Entwicklungspolitischen Bildung und den verwandten Disziplinen der Friedenspädagogik, Umweltbildung, Menschenrechterziehung und des Ökumenischen Lernens entstanden. „Globales Lernen“ ist dem Leitbild einer weltweit gerechten und zukunftsfähigen Entwicklung verpflichtet und zu einer zentralen Säule für eine „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ geworden. In einer Zeit, in der wir uns der Bedrohung durch Terror, Gewalt und Krieg mehr denn je bewusst sind, ist „Globales Lernen“ auch als ein Bildungskonzept für ein friedlicheres, humaneres, toleranteres Miteinander zu begreifen.
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